Game-Review: WWE 2K16

In WWE 2K16 fighten die grössten Stars der beliebtesten Wrestling-Show der Welt um Ruhm und Popularität. Der Spieler kann seinen eigenen Helden kreieren, sich damit seine Sporen abverdienen, das Publikum begeistern und zum Champion des WWE-Universums aufsteigen. Das Roster von WWE 2K16 ist enorm umfangreich: Zur Verfügung stehen über 120 Superstars, Legenden und auch Diven. Neben Cover-Legende «Stone Cold» Steve Austin können unzählige Namen ausgewählt werden, so unter anderem der «People’s Champion» The Rock, «Animal» Batista, John Cena oder Daniel Bryan.

Gameplay
Die Entwickler von Yukes und Visual Concepts haben einige Veränderungen an der Spielsteuerung vorgenommen. So gibt es ein verbessertes Kettenwrestling, und es ist möglich, andere Wrestler während des Einlaufens zu attackieren. Jeder Wrestler hat eine beschränkte Anzahl Reversals, die er einsetzen kann. Dies verhindert hinausgezögerte Kämpfe und zwingt, strategisch zu überlegen, welche Aktion des Gegners abgeblockt werden will. Ein neues System gibt es für Pins und Kick-outs. Neulinge gewöhnen sich rasch an die Steuerung, und für eingefleischte Fans ändern sich nur wenige Tastenbefehle – dafür wird das Spielgefühl realistischer. Das Geschehen im Ring ist temporeich, Moves lassen sich präzise ausführen. Jedoch sind Submissions mühsam durchzusetzen. Dafür hat es in vergangenen Spielen bessere Lösungen gegeben, als einem Balken im Kreis nachzuhetzen.

Für Spannung und Abwechslung ist gesorgt – ob in langen Iron-Man-Matches, Titelkämpfen oder in kurzen Exhibitions – immer lauert das Überraschungsmoment, welches den Ausgang eines Fights entscheidend ändern kann. Damit gelingt es den Entwicklern, einen essenziellen Attraktivitätsfaktor des Wrestlings umzusetzen. WWE 2K16 enthält alle üblichen Matchtypen; sogar die Ladder Tag Team, Handicap Tag Team und Tornado Tag Matches sind wieder verfügbar, die zuletzt in WWE 2K15 fehlten. Nicht nur Fans von Steve Austin dürften sich über den 2K-Showcase freuen, wo sich die Karriere von «Stone Cold» ausführlich durchleben lässt. Darüber hinaus können zahlreiche Inhalte selber erstellt werden: Superstars, Diven, Entrances, Move-Sets, Championships, Shows, Arenen. Mit dem Editor lässt sich detailliert eine eigene virtuelle Wrestling-Welt erschaffen.

Im «WWE-Universum» übernimmt der Spieler die Rolle eines Entertainment-Managers. Es können Matches mit Superstars für Pay-per-Views arrangiert oder Rivalitäten ins Storyboard eingebaut werden. Wenn die herkömmlichen Matchtypen nicht mehr ausreichen, ist da noch der Karriere-Modus. Dieser ist mehr als nur ein nettes Extra. Hier geht es um die komplette Kreation eines eigenen Superstars, der sich zuerst in der Nachwuchsliga NXT einen Stammplatz im Roster erkämpfen muss, bevor er irgendwann in der WWE auftreten kann. Diese Integration des Gamers und seiner Vorstellungen ist ein absolutes Highlight von WWE 2K16, denn nichts macht so viel Freude, als seine eigene Story zu entwickeln und umzusetzen.

Multiplayer
Aufgrund der unzähligen Matchvariationen und Spielmodi, online und offline, ist WWE 2K16 geradezu prädestiniert für ausgedehnte Multiplayer-Sessions mit einem oder mehreren Kollegen. Über die Karriere-Beteiligung können erstellte Superstars von Freunden herausgefordert werden. Der Mehrspielermodus ist wie der ganze Spielumfang äusserst grosszügig, sodass Langeweile keine Chance hat.

Technik
Es fällt schnell auf, dass sich die grafischen Details der Superstars qualitativ ziemlich stark unterscheiden. Einige Charaktere sind realitätsnah modelliert, andere hingegen kommen daher wie optische Fehlkonstruktionen, bei denen die physische Gestaltung vernachlässigt wurde. Im Ring wird der Spielfluss durch nichts beeinträchtigt und die Ladezeiten sind kurz. Hingegen dauert’s im Editor beim Erstellen eigener Inhalte etwas länger, aber das ist verkraftbar, solange nicht jeden Tag ein neuer Superstar entworfen wird.

Das Kommentatorenteam besteht neu aus drei Mitgliedern: John «Bradshaw» Layfield, dem zurückkehrenden Michael Cole und Jerry Lawler. Dank dem Trio wirken die Fights noch spannender und unterhaltsamer. Nicht so das Publikum: Da hätten mehr überschwappende Emotionen von den Fans zu den Wrestlern und umgekehrt simuliert werden dürfen. So bleibt die Atmosphäre meistens eher dumpf. Für Stimmung im Menu sorgt der ausgeglichene Soundtrack-Mix unterschiedlicher Stilrichtungen.

Fazit
WWE 2K16 ist ein gelungenes Abbild der «Sports-Entertainment»-Welt und lässt dem Gamer unglaublich viele Optionen offen, um entsprechend seinen Vorlieben ein eigenes WWE-Universum aufzubauen. Die Mischung aus Kampf- und Showelementen stimmt – nicht zu viele Schläge und Tritte, aber auch kein übertriebener Glamour. Beides hat Platz, und diese Kombination ist es, was Fans des Catchens fasziniert und wofür der Titel steht.

Links:
Zur Game-Review bei OutNow.CH vom 11. Januar 2016
Zu den Game-Reviews

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.