Was bietet Rockstar Games in der Neuauflage?
Das Open-World-Game L.A. Noire ist eine überarbeitete Neuauflage des 2011 erschienenen Third-Person-Shooters L.A. Noire. Publisher Rockstar Games, vor allem bekannt für die GTA-Reihe, hatte das Game zusammen mit Team Bondi entwickelt.
Wie der Titel schon verrät, ist Hauptschauplatz die kalifornische Stadt Los Angeles, und zwar im Jahr 1947, direkt in der Nachkriegszeit. Der Gamer übernimmt die Rolle eines Detektivs des Los Angeles Police Departments, der eine Mordserie untersuchen soll. Beim Release vor sechs Jahren wurde das Spiel gefeiert und überzeugte Kritiker und Publikum.
Story
Die Story ist im Wesentlichen die gleiche wie in L.A. Noire geblieben. Die Erzählung ist episodisch, der junge Polizist Cole Phelps will die von Kriminalität aber auch von Wohlstand gezeichnete Stadt zusammenhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, untersucht er Kriminalfälle und befragt Verdächtige, und je nachdem, wie erfolgreich er ist, beeinflusst er damit, wie viel ans Licht kommt.
Die Episoden sind unter anderem vom Film noir und von berichteten Kriminalfällen in Los Angeles von 1947 inspiriert. Die Charaktere wirken verbittert, entfremdet und hinterhältig, sprich glaubhaft. Wer diese Storytelling-Elemente des Film noir liebt, ist hier richtig. Und Cole Phelps Gerechtigkeitssinn steht einer Stadt voller Korruption gegenüber, in der er nie weiss, wem er vertrauen kann, was der Spannung nur gut tut.
Gameplay
Das Label Rockstar Games trügt hier ein wenig. Ein GTA-ähnliches Spiel darf nicht erwartet werden. Zwar wird L.A. Noire als Action-Adventure-Game bezeichnet, allerdings ist es mit Action, wie beim Vorgänger, eher dürftig bestellt. Die meiste Zeit ist Cole Phelps mit Investigativarbeiten beschäftigt. Grossartig rumgerannt oder rumgeballert wird nicht. Es ist häufig wie in einem Krimi: Zum Tatort gehen, Leiche untersuchen und Hinweise abchecken. Dann beginnt die Fragerei. Aussagen und Körperreaktionen wollen genau beobachtet sein. Diese muss Cole Phelps analysieren und interpretieren. Wahrheit? Lüge? Zweifel? Motive? Behauptungen müssen Beweise folgen. Darin ist L.A. Noire nach wie vor eine Klasse für sich. Doch die Problemstellungen sind monoton und es erfordert meistens nicht viel Kreativität, die Lösungen zu erkennen.
Für das Vorankommen in der Story wird der Spieler mit dem Freischalten von Spezialfähigkeiten und neuen Anzügen belohnt. Nebenher können versteckte Romane oder goldene Schallplatten gesammelt werden. Das ist aber nicht wirklich ein neues Feature, welches den Inhalt zum ursprünglichen L.A. Noire entscheidend verbreitert oder vertieft.
Technik
Die technisch überarbeitete Version ist der aktuellen Konsolen-Generation angepasst worden. Die bessere Auflösung ist deutlich erkennbar, was Beleuchtungs- oder Wettereffekte noch detailreicher ausgestaltet. Die düstere Bildsprache, die saloonartige Musik – all das sind komplettierende Elemente einer stimmigen Atmosphäre eines Film-noir-Games. Das Spiel läuft rund und ohne Ruckler.
Vor sechs Jahren wurde L.A. Noire dem Hype um die damals neuartige MotionScan-Technologie gerecht. Die Lippen bewegten sich synchron zu den Stimmen, und die Gesichter lassen echte Emotionen ablesen. Dies hat sich in der Neuauflage nicht geändert – die Synchronisation überzeugt nach wie vor. Auch die Option, das Game in Hommage an den Film noir in schwarz-weiss zu spielen, ist erhalten geblieben.
Fazit
Das aufgehübschte L.A. Noire ist ganz nett anzusehen. Da werden sechs Jahre technische Veränderungen sichtbar. Bei den grafischen Verbesserungen ist es dann geblieben. Ansonsten ist das Spiel zum grössten Teil wie das Original. Wer auf Film noir steht, wird das Game mögen.
Links:
Zur Game-Review bei OutNow.CH vom 5. Februar 2018
Zu den Game-Reviews