Das neue Actionspiel von Bandai Namco lässt den Spieler wieder in zahlreiche Fantasiewelten eintauchen. Es basiert wie seine Vorgänger auf der sehr erfolgreichen Manga-Serie des japanischen Künstlers Masashi Kishimoto. Dieser hat hier exklusiv als Designer mitgewirkt; die neue Kreatur Mecha-Naruto wurde von ihm entworfen. Das Game zeichnet den Aufstieg des jungen Ninjas Naruto auf spielerische Art nach. In der Manga-Serie ist es sein Ziel, sich als oberster Ninja seines Dorfes zu etablieren. In einer fiktiven Welt muss sich der vom Spieler ausgewählte Ninja gegen Rivalen behaupten und durchsetzen.
Das Spielprinzip dabei ist simpel: Der Ninja-Protagonist registriert sich für Kämpfe, muss diese gewinnen und verbessert sich dadurch in der Rangliste, bis er zum obersten Ninja innerhalb des Naruto-Universums aufgestiegen ist.
Story
Im Spiel fehlen konkrete Anzeichen einer Story. Dazu nerven die unwichtigen Nebenaufgaben. Die Pseudo-Geschichte setzt sich aus billigen Nichtigkeiten zusammen, schafft es aber nicht, den Spieler über diesen Mangel hinwegzutrösten. Für Neueinsteiger in die Serie dürfte die abwesende Story ärgerlich sein, denn er kann sich nicht vorstellen, worum es eigentlich geht. Das ist nicht in Erfahrung zu bringen, selbst wenn man sich stundenlang mit abwechselnden Gegnern geprügelt hat.
Gamelay
Um sein Ziel zu erreichen, muss man vor allem fighten. Die überarbeiteten Spielmechaniken befähigen den Spieler, durch ruinöse Kombo-Angriffe den Gegner regelrecht zu zerstören. Die Kampftechnik umfasst neu Konterattacken und Abwehrdurchbrüche. Es gibt fast endlose Möglichkeiten, sich gegenseitig auf die Mütze zu dreschen. Durch diese Modifikationen wird eine solide Strategie wichtiger, um bestehen zu können. Zusätzlich kann der Spieler seinen eigenen Kampfstil entwickeln. Es macht grossen Spass, alle diese vielseitigen Ninjas auszuprobieren und ihre spezifischen Moves kennenzulernen. Die Kampfschauplätze haben einen etwas klaustrophobischen Charakter – dafür sind sie in fantasievolle Umgebungen mit eigenen Motiven eingebettet.
Multiplayer
Neben dem bekannten 1-gegen-1 ist zum ersten Mal auch ein 4-Spieler-Kampf-Modus dabei, der ein wichtiges Element im Welt-Ninja-Turnier darstellt. Dieses ist so etwas wie die Hauptattraktion des Einzelspielermodus. Im Welt-Ninja-Turnier kann sich die Spielfigur in einer Open-World bewegen, jedoch in eher primitiver Form. Es wird mehrheitlich ziellos herumgeirrt, man trudelt durch die Gegend und quält sich durch sinnlose Dialoge mit teilnahmslos wirkenden Nebendarstellern. Man ärgert sich über die Zeitverschwendung. Oft hat man als Spieler keine Ahnung, wo man hinsteuern soll und fühlt sich irgendwann wie ein Dorftrottel. Die Orientierungslosigkeit wird noch verstärkt, weil man schlicht nicht weiss, wie gespielt werden soll. Ein Newbie verliert schnell den Überblick, weiss nicht, wohin er sich begeben soll und wie er fighten kann. Es gibt da noch so etwas wie Markstände. Dort sind je nachdem hilfreiche Artikel für den Kampf erhältlich, oder man kann an einer Lotterie mitspielen. Insgesamt wirkt der Open-World-Raum konzeptlos, da einfach tote Hose herrscht und eventuelle Absperrungen die Bewegungsfreiheit einschränken.
Technik
Die Manga-Gestalten wirken sehr authentisch – wahrscheinlich ist dies der Mitarbeit von Masashi Kishimoto geschuldet. Ansonsten kommt die hintergründliche Grafik eher altbacken und detailarm daher. Während den Fights fühlt man sich zeitweise dank den erstaunlichen Animationen tatsächlich wie in einem Anime-Film, und die imposanten Effekte sind erwähnenswert. Der Sound fällt nicht besonders auf, seine Wirkung ist minimalistisch, ausser während der Fights; hier sind Sound- und Grafikeffekte mit den Kampfhandlungen synchronisiert und unterstützen so ideal die Gesamtatmosphäre.
Fazit
Die „Story“ wirkt äusserst bescheiden und unausgereift; da hätte man sich beim Entwickler durchaus mehr Zeit nehmen dürfen, um den Gamern etwas Saftigeres zu präsentieren. Die ausdruckslosen „Open-World“-Passagen können die Nerven ganz schön strapazieren, und dass sich die eigentlich kleine Spielwelt unübersichtlich darstellt, erhöht die Spielfreude auch nicht gerade. Mehr Wert gelegt dagegen wurde auf das Gameplay in den Fights. Mit den neuen, erweiterten Kampfmöglichkeiten macht es richtig Spass, seine Gegner mit unglaublichen Kombos zu verprügeln.
Links:
Zur Game-Review bei OutNow.CH vom 20. November 2014
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